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Ein analoger Fotoapparat in Frontalansicht

Fototechnik

Dauerausstellung

Fototechnik

Darum geht's

Fotoapparate sind genauso vielfältig wie die Menschen, die auf den Auslöser drücken. In der Ausstellung „Faszination des Augenblicks“ stehen deshalb auch der Mensch und sein Porträt im Mittelpunkt. Begebt euch auf eine Zeitreise durch die 200-jährige Geschichte der Fotografie!

Fotos fangen die Faszination des Augenblicks ein

Jeder, der heute ein Handy hat, verfügt auch über einen Fotoapparat. Das Ergebnis: Wir schwimmen in einer unüberschaubaren Bilderflut. Und trotzdem gibt es immer wieder Fotos, die die Aufmerksamkeit der Welt erregen. Wie es die Technik der Fotografie seit fast 200 Jahren schafft, die Faszination des Augenblicks einzufangen, zeigt unsere Dauerausstellung zur Fototechnik. Ein Bereich ist die Technikgeschichte, von der Heliografie bis zu 3D-Fototechnik mit Hohlspiegelprojektion. Die fotografische Praxis ist das zweite große Thema, von privaten Porträts über die Werbefotografie bis hin zur Kriegs- und Spionagefotografie.

18 Schwarzweiß-Porträts von Männern und Frauen unterschiedlichen Alters sind in drei Reihen zusammengestellt. Vor ihnen ist jeweils eine historische Fotokamera angebracht. Es wirkt, als würden sie damit fotografieren.
Fotoapparate sind genauso vielfältig wie die Menschen, die auf den Auslöser drücken. SDTB/ Foto: C. Kirchner 1/1

Die große Herausforderung: Fotografie für alle

Frühe Fotografie war eine komplizierte Sache: Um dem staunenden Publikum ein Foto präsentieren zu können, musste das Bild schließlich auf einem Trägermedium fixiert werden. Für die sogenannten bildgebenden Verfahren brauchte man spezielle Kenntnisse, Chemikalien und aufwendige Apparate. Bei Entwicklungsprozessen wie der Daguerreotypie oder dem Kollodium-Nassverfahren musste sich der Fotograf mit giftigen Dämpfen oder empfindlichen Glasplatten herumschlagen. Das beendete George Eastman, der ab 1885 in den USA Rollfilme aus Fotopapier für 24 Aufnahmen produzierte.

Nur drei Jahre später brachte Eastman die erste Kodak-Boxkamera auf den Markt. Jetzt konnte wirklich jeder fotografieren: Man musste nur auf den Auslöser drücken und nach 24 Aufnahmen schickte man die Boxkamera in das Eastman-Werk zum Entwickeln. Das war einfach, aber teuer, jede Kamera kostete 25 Dollar. Deshalb entwickelte Eastman die „Brownie“-Kamera, Verkaufspreis 1 Dollar. Die erste Kamera für die Massen war auf dem Markt.

Im Zeitalter der digitalen Fotografie ist das Speichern der Aufnahmen technisch kein Problem mehr und außerdem steht der Speicherplatz quasi zum Nulltarif zu Verfügung. Der gute alte analoge 35mm-Kleinbild-Negativfilm ist ein Auslaufmodell für Liebhaber geworden.

Blick in einen holzvertäfelten Ausstellungsraum. Ein Kind ist über eine große Kamera mit Holzgehäuse gebeugt, ein schwarzes Tuch über dem Kopf. Die Kamera ist auf ein Mädchen gerichtet, das in einem Lehnstuhl sitzt. An der Wand im Hintergrund hängen einfache, mit Bleistift gezeichnete Porträts, darüber steht „Camera obscura“.
Im Selbstversuch könnt ihr die Technik der Camera obscura erproben und euer Gegenüber ganz einfach abzeichnen. SDTB/ U. Steinert 1/1

Wie gelingt das perfekte Foto?

Immer waren die erfinderischen Geister der Fotografie auf der Suche nach dem Weg zum besseren, möglichst dem perfekten Foto. Die Ausstellung zeichnet Weiterentwicklungen in Technologie und Design nach: Wie wurde die Leica zum Vorbild für alle Kleinbildkameras und warum kamen die Innovationen bei den Spiegelreflex-Kameras über Jahrzehnte vor allem aus Deutschland? Dass der Einfallsreichtum der Fotografinnen und Fotografen keine Grenzen kennt, um die Bedingungen des Fotografierens zu verbessern, zeigt sich auch bei Randthemen wie dem Kunstlicht – ob pyrotechnischer Pulverblitz oder elektronische Funkenentladung, der Fortschritt brachte Licht ins Dunkel.

Schwarzweiß-Foto: Ein Mann mit auffälligem Schnurrbart hält in der linken Hand einen Pulverblitz, der soeben entzündet wurde und qualmt. Seine rechte Hand liegt auf einer historischen Stativkamera.
Bereits 1850 wurde versucht, Sonnenlicht als Lichtquelle zu simulieren. Sogenannte pyrotechnische Pulverblitze aus Magnesium konnten im entscheidenden Moment entzündet werden. 1/1

Das Foto – ein Abbild der Realität?

Seit es Fotos gibt, gibt es die Frage nach der Echtheit des Abgebildeten. Weil die digitale Fotografie Teil des Alltags ist und man Bilder am eigenen Handy ganz einfach nachbearbeiten kann, ist diese Diskussion wichtiger als je zuvor. An einer interaktiven Morphingstation könnt ihr Bildmanipulationen selbst ausprobieren.